Wie wirken Sounds? Tipps für Eigenproduktionen

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Adobe Stock, © princeoflove

Um selbst Musik zu produzieren, sind Kenntnisse über die Bereiche Komposition und Texten unabdingbar. Aber auch ein weiterer Punkt entscheidet darüber, wie gut ein Track ankommt: Das Soundbild. Hier sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Wir geben einen Überblick für angehende Producer.

Real Instruments

Echte Instrumente können einem Song ein tolles und reales Klangbild verleihen. Sie sind vor allem geeignet, wenn der Producer einen Fokus darauflegt, den Sound nicht zu synthetisch zu gestalten. Zu den echten Instrumenten, die in vielen Musikproduktionen verwendet werden, gehören neben vielen anderen:

  • Gitarren
  • Pianos
  • Streicher
  • Bläser

Gitarren

Gitarren werden vor allem in den Genres Rock, Metal, Punk, Pop, Blues oder Country verwendet. Aber auch im Rap oder in elektronischen Produktionen sind sie mitunter zu finden. Sowohl verzerrte E-Gitarren-Sounds, als auch der natürliche Klang einer Akustikgitarre sind beliebt.

Im Dance-Bereich schaffte Robin Schulz mit Remixen von Songs, in denen Gitarren zu hören sind, vor einigen Jahren seinen Durchbruch. Besonders erfolgreich war der Track „Prayer in C“.

Der Einsatz von Gitarren ist vor allem dann zielführend, wenn der Song besonders tiefgehende Emotionen (Trauer, Wut, Liebe etc.) ausdrücken soll. Auch für ein Vintage-Klangbild eignet sich das Instrument.

Übrigens: Das Einspielen einer echten Gitarre lässt sich mit virtuellen Plug-Ins nur sehr schwer reproduzieren. Natürlich gibt es mittlerweile gute Gitarrensounds in verschiedenen Tools, nicht selten fehlt jedoch das sprichwörtliche „gewisse Extra“.

Pianos

Pianos sind sehr flexibel und können in nahezu allen Genres in einem mehr oder weniger großen Umfang Verwendung finden. Sowohl Akkordfolgen, als auch eingängige Melodieführungen werden mit Klavierklängen produziert.

Aber Piano ist nicht gleich Piano: Sowohl Klaviere und Flügel, als auch Digitalpianos sind für Produktionen beliebt. Dabei hat die Entwicklung von elektronischen Pianos eine lange Geschichte. Erstmals wurde um 1890 versucht, die Idee umzusetzen. Über ein Jahrhundert lang wurden immer neue E-Pianos entwickelt, die durch diverse und einzigartige Sounds einem Track das „gewisse Etwas„ verleihen können.

Natürlich sind ein Klavier oder ein Flügel teure Anschaffungen, sie können sich jedoch für passionierte Producer lohnen. Für Einsteiger ist es mitunter sinnvoll, ein echtes Klavier beispielsweise bei einem bekannten Musiker, der ein solches Instrument ohnehin besitzt, einzuspielen. Alternativ können besagte E-Pianos oder Plug-Ins, die Klaviersounds heutzutage durchaus realistisch reproduzieren, verwendet werden.

Strings

Streicher bieten im Rahmen von Musikproduktionen die Möglichkeit, einen Track besonders groß und hymnisch zu gestalten. Zudem sind Violinen ideal für das Ausdrücken von großen Emotionen in der Musik.

Strings sind ebenfalls je nach Künstler in nahezu jedem Genre zu hören: Im einen mehr, im anderen weniger. Das Instrument ist aufwendig zu lernen und erfordert viel Fingerspitzengefühl. Daher kann es für Producer sinnvoll sein, für das Einspielen von Geigen entweder einen Profi oder einen passionierten und talentierten Hobby-Musiker zu engagieren.

Bläser

Brass Sounds sind fester Bestandteil verschiedener Genres, beispielsweise im Jazz. Aber auch im Rap- und Pop-Bereich sind sie immer wieder in Mode. Ein bekanntes Beispiel ist Timbaland, der diese Klänge zu seiner erfolgreichsten Zeit sehr häufig nutzte, beispielsweise im Track „4 Minutes“, den er für Madonna produzierte (Anmerkung: Die Brass-Section in diesem Song ist vermutlich aus synthetischen Bläsern entwickelt worden).

Bläser-Sounds geben einem Song vor allem einen breiten, großen und hymnischen Sound. Dafür ist jedoch etwas Arbeit und Liebe zum Detail nötig: Die Bläser in „4 Minutes“ zum Beispiel bestehen aus 16 Stereospuren, wie der Mixing-Engineer des Tracks in einem Bericht darlegte.

Saxophone sind wiederum für eingängige Melodien, beispielweise in Dance-Tracks wie „Mr. Saxobeat“ von Alexandra Stan, sowie für Soli einsetzbar. Allerdings gibt es kreative Spielräume: Auch für Rock, Reggae oder Mischformen dieser Genres eignet sich das Saxophon, wie die Band Tequila & The Sunrise Gang mit ihrem Track „Keep Me Arrested“ eindrucksvoll demonstrieren.

Synthesizer

Synthesizer werden seit mehreren Jahrzehnten in Musikproduktionen verwendet und haben das Soundbild einiger Genres geprägt sowie zu einer Entwicklung des Klangs beigetragen. Diese Sounds gibt es sowohl als digitale Plug-Ins, als auch als „Gerät zum Anfassen“.

Zudem können die Produzenten mithilfe von Reglern die entsprechenden Klänge in den Synthies selbst weiter verändern oder gänzlich neue Toncharakteristika erzeugen. Neben vielen anderen Soundtypen finden sich in den meisten Synthesizern folgende Sounds:

  • Pads
  • Leads

Pads

Pad-Sounds werden in verschiedenen Genres verwendet. Diese meist weichen Klänge schaffen in Form von Akkorden einen Soundteppich und tragen nicht selten dazu bei, dass ein Song eine gewisse „Atmosphäre“ bekommt. Dies hat zur Folge, dass sie im Genre der Lounge- und Chillout-Musik nahezu unabdingbar sind.

Bekannte Rock- und Pop-Produktionen verwenden ebenfalls Pads. Bei Modern Talking kamen sie in vielen Songs bereits in den 80ern vor. Auch der Track „Livin‘ on a Prayer“ von Bon Jovi baut schon im Intro auf einem solchen Sound auf.

Leads

Lead-Sounds sind die Klänge, die gemeinhin in den Ohren des Otto-Normal-Verbrauchers als Synthesizer bekannt sind. Sie werden sowohl für Akkorde, als auch für Melodieführungen verwendet.

Viele Leads zeichnen sich durch einen aggressiven, eingängigen Sound aus. Sie eignen sich immer dann, wenn ein Song richtig Power haben und „nach vorne gehen“ soll. Das Tempo spielt eine entscheidende Rolle für die Wirkung der Klänge.

Eine Zeit lang waren Leads in Hip-Hop-Tracks verbreitet und sind es mitunter auch heute noch. Vor allem in Elektro-, Dance- und House-Produktionen spielen sie jedoch eine besonders große Rolle. Mitunter sind Lead-Sounds sogar im Refrain der Melodieersatz für einen gesungenen Part beziehungsweise der eigentlicher Aufhänger für den Hörer. Bekannte Beispiele hierfür sind „Summer“ von Calvin Harris oder „Don`t you worry Child“, eine Zusammenarbeit der Swedish House Mafia mit John Martin.

Bekannte Synthesizer

Für die Erstellung der Sounds gibt es eine Reihe von bekannten Synthesizern. Hersteller wie Korg vertreiben analoge Modelle, durch welche eine Spur in verschiedene Musikprogramme eingespielt werden kann. Der Sound kommt in diesen Fällen nicht aus dem Programm, sondern aus dem Gerät.

In heutigen Musikproduktionen werden häufig Plug-Ins verwendet, die eine virtuelle Datenbank aus verschiedenen Sounds bieten. Zu den bekanntesten gehören neben vielen anderen:

  • Nexus
  • Sylenth One
  • Omnisphere

Jeder dieser Synthies wird in verschiedenen Genres häufiger oder seltener verwendet. Der Sylenth One eignet sich beispielsweise besonders gut für Elektroproduktionen. Die Sounds des Omnisphere wiederum finden sich in vielen aktuellen Hip-Hop-Tracks wieder.

Drums

Die Drums geben einem Track nicht nur die Rhythmisierung, sondern auch den sprichwörtlichen „Wumms“. Dabei gibt es vorwiegend zwei Wege für Musikproduzenten, sie zu erzeugen:

  • echtes Schlagzeug
  • Drum-Computer

Echtes Schlagzeug

Ein Schlagzeug wird in verschiedenen Genres verwendet. Vor allem im Rock-, Metal-, und Punk-Bereich ist es unverzichtbar. In diesen Sparten bilden häufig Bands einen Act. Die meisten dieser Gruppen haben einen eigenen Schlagzeuger.

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Adobe Stock, © Vasyl

Aber auch in verschiedenen Pop-Songs oder RnB-Tracks kommt ein echtes Schlagzeug zum Einsatz. Für Produzenten ist die Verwendung dieses Instruments immer dann sinnvoll, wenn die Drums-Sounds echt statt synthetisch klingen sollen.

Drum-Computer

Als Alternative zum Schlagzeug bieten sich Drum-Computer an. Hier können verschiedene Sounds eingespielt werden, die meisten Drums klingen eher synthetisch als nach einem realen Schlagzeug. Vor allem in den Genres Rap, Pop und Elektro werden solche Plug-Ins oder Geräte verwendet.

Der Vorteil für Produzenten ist die Einfachheit: Das Drumset lässt sich problemlos über ein Midi-Keyboard einspielen oder mit der Maus programmieren, Kenntnisse über das Spielen eines Schlagzeuges sind nicht notwendig. Zudem besteht die Möglichkeit, immer wieder neue Sounds einzuspeisen und so nah am Zahn der Zeit zu sein.

Vor allem für den aktuell angesagten Sound im Rap- und Pop-Bereich ist dies gut umsetzbar. Heutzutage werden in vielen Songs die Drum-Sounds der Roland TR-808 verwendet, beispielsweise im Genre Trap-Musik, einer Unterform des Raps. Durch ein solches Wissen haben Nachwuchsproducer sehr einfache Möglichkeiten, ihr Drumset wie bei den Profis klingen zu lassen.

Fazit

Für Musikproduzenten ist es unabdingbar, für einen Song richtige und passende Sounds zu verwenden. Sie machen im Verhältnis zu Komposition und Text einen nicht minder großen Teil eines Tracks aus. Daher muss bei einem Producer über die Wirkung verschiedener Klänge ein gewisses Know-how bestehen, welches stetig aktualisiert und erweitert werden sollte.

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Bild 2: Adobe Stock, © Vasyl

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