Wie sich die Musik zunehmend ins Netz verlagert

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Vor vielen Jahren kaum denkbar war der Zugang zu kostenloser Musik außerhalb des Radios. In Zeiten des Internets ist jedoch vieles, wenn nicht sogar alles, möglich wodurch das Audiostreaming einen regelrechten Boom erlebt hat. Corona hat diesen Effekt noch verstärkt, wodurch nun auch andere Bereiche des Musikbusiness zunehmend ins Netz verlagert werden. Doch zunächst ein paar Zahlen vorweg.

Quelle: Pixabay.com – TBIT

Es ist sicher jedem klar, dass sich im Zuge der Pandemie auch das Hörverhalten der Nutzer geändert hat. Mehr Zeit bleibt nun für Hörbücher, der Konsum von Musik oder auch das Erlernen neuer Instrumente. Denn auch das ist ein wichtiger Teil der Branche, setzen viele Konsumenten darauf, lieber ein eigenes Musikinstrument zu erlernen, statt sich von Streaming-Diensten berieseln zu lassen. Trotzdem – eine Bitkom Studie aus dem ersten Halbjahr 2020 zeigt: Drei von vier Internetnutzern hören Musik via Stream, jeder vierte greift dafür sogar auf Bezahldienste zurück. 59 Prozent hören Musik per Video-Streaming, 57 Prozent setzen auf Musik-Streamingdienste und 36 Prozent hören nun auch Radio via Internet.

Audio-Streaming als Hauptumsatzträger

Ein Trend ist zumindest klar erkennbar: Die Musikszene verlagert sich zunehmend ins Netz. Streaming ist beliebt wie nie zuvor, gab es auch schon vor Corona Tendenzen, dass diese Art des Audiokonsums in Zukunft relevanter für Künstler wird. 2019 wurde im Vergleich zu den Jahren 2017 und 2018 ein Umsatzplus von 8,2 Prozent in der Branche der deutschen Musikindustrie verzeichnet.

Der Hauptumsatzträger war dabei das Audio-Streaming, welches satte 27 Prozent zulegte. Florian Drücke, der Vorstandschef des Bundesverbands Musikindustrie (BMVI) gab zu diesem Zeitpunkt schon bekannt, dass sich das Geschäft zu zwei Dritteln ins Netz verlagerte, wovon allein das Audio-Streaming die Hälfte aller Einnahmen ausmachte.

Streaming-Dienste beliebt wie nie

Und auch in diesen Zeiten wächst natürlich das Interesse an kostenlosen und sofort verfügbaren Inhalten. Mood- oder Work-from-Home-Playlists sind beliebter denn je und auch Sport sowie Yoga und Meditation waren und sind echte Dauerbrenner. Podcasts und Hörspiele boomen ebenfalls, bieten sie nochmal eine ganz andere Art der Abwechslung vom Alltag.

24 Prozent mehr Podcast-Hörer begeisterten sich hauptsächlich an Krimi- und Comedy-Formaten oder jenen mit einem direkten Bezug zu Corona. Dennoch: Die Bitkom Studie untersuchte auch den Anteil derer, die trotz erhöhten Streaming-Angeboten ihre Musik Downloaden, und zwar legal und kostenlos. Der Anteil lag noch immer bei 43 Prozent.

Die Branche im Wandel

Natürlich haben auch geschlossene Konzerthäuser, Musikschulen oder Theater diesen Trend für sich genutzt und ihre Angebote der Situation angepasst.

Musikschulen verlagern ihre Kurse ins Netz, was bei den meisten erstaunlich gut klappt. Ob Gesangsunterricht, das Erlernen eines Musikinstrumentes wie Geige, Keyboard oder Klarinette sowie praktische Online-Kurse werden in der Krise beliebter, um sich die Zeit mit einem neuen Hobby zu vertreiben und das zu machen, was man eigentlich sonst im Alltag nicht unbedingt schafft.

Künstler bieten nun ebenfalls Live-Streams an, beispielsweise gab der Pianist Igor Levit während des ersten Lockdowns tägliche Konzerte bei keinem geringeren Anbieter als Twitter. Auch Opern und Konzerthäuser machten ihren Zuschauern Online-Angebote in der schwierigen Zeit. Die Kultur- und Künstlerszene hat das Virus mit am härtesten getroffen – das Netz bietet ihnen schließlich einen Zufluchtsort, um zum einen der Leidenschaft nachzugehen und zum anderen möglichst unbeschadet aus der Krise hervorzugehen.

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