Rapmusiker und das legale Geschäft mit Cannabis

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Immer mehr Rapper steigen ins Cannabisgeschäft ein. Auch in Deutschland ist dieser Trend zu beobachten. (unsplash.com © Grav)

Längst ist bekannt, dass die Cannabispflanze nicht alleine Rauschmittel oder Chill- und Partydroge ist. Die Wirkung vieler der bislang über einhundert identifizierten Cannabinoide, der cannabisähnlichen Wirkstoffe der Pflanze, ist noch unbekannt. Mediziner*innen bestätigen allerdings inzwischen das Potenzial zumindest einiger Cannabinoide als Arzneimittel. Von THC, gerade aber auch vom auch in Deutschland legalen CBD ist bekannt, dass sie etwa schmerzlindernd und appetitanregend sowie gegen Muskelkrämpfe wirken. CBD hat darüber hinaus noch etliche weitere positive Effekte auf die Gesundheit. Einige Rapper sind große Liebhaber der Pflanze und vertreiben daher auch teilweise ihre eigenen Cannabisprodukte.

Die USA und der Cannabis-Boom

Die Legalisierung schreitet voran

Da viele internationale Rapper schon länger einen Hang zu Cannabis haben, kommen ihnen die präklinischen Studien und die zunehmende Legalisierung der Pflanze in vielen Ländern gerade recht. Vor allem in Kanada und in den USA boomt der Konsum der Cannabispflanze geradezu. In Kanada wurde der Anbau, Verkauf und Konsum von Cannabis für Erwachsene landesweit bereits im Jahr 2018 für legal erklärt.

In 11 der insgesamt 50 Bundesstaaten der USA war der Besitz und Konsum von Cannabis ebenfalls schon seit einiger Zeit legal. Im Zuge der Wahlen Anfang November wurde schließlich auch beschlossen, dass in vier weiteren Bundesstaaten (Arizona, New Jersey, South Dakota und Montana) Cannabis für den Freizeitgebrauch abgegeben werden darf. Ab 2021 also dürfen über 111 Millionen der 328 Millionen Einwohner der USA ganz legal Cannabis erwerben, besitzen und ungestraft konsumieren.

Mehr als ein Drittel der Bevölkerung hat damit auch die Möglichkeit, Cannabisprodukte US-amerikanischer Rapper zu probieren. Unter den Prominenten der Staaten befinden sich neben Gesichtern, wie Mike Tyson, Martha Stewart, Tony Hawk oder Whoopi Goldberg nämlich vor allem Rapper, die ins Cannabisgeschäft eingestiegen sind und das anscheinend auch weiterhin und zunehmend tun.

Drake

Rapper Drake stieg zum Beispiel erst kürzlich ins Geschäft mit dem Cannabis ein. Ende 2019 kündigte er auf seinem Instagram-Account ein Projekt an, das er gemeinsam mit der kanadischen Firma Canopy Growth verwirklichen wolle. Canopy Grwoth zählt zu den weltweit größten Konzernen der Branche.

Inzwischen ist bekannt, dass die gemeinsame Marke More Life Growth Company heißt und dass unter anderem Zubehör für Cannabisprodukte, wie Pfeifen, Blättchen und Bongs vertrieben werden sollen. Doch auch andere Produkte sollen gemeinsam mit dem voll lizensierten Cannabisproduzenten aus Drakes kanadischer Heimatstadt Toronto entstehen.

Unter dem Motto „Wellnes, Erkenntnis und persönliches Wachstum“ sollen auch medizinische Cannabis-Kräutertees und Marihuana-Merchandise-Artikeln verkauft werden. Jacken und Schuhe sind wohl geplant, alles weitere wird sich in den kommenden Monaten vermutlich noch ergeben.

Snoop Dogg

Drake ist nicht der erste US-Rapper, der mit Canopy Growth zusammenarbeitet. Snoop Dogg, der schon lange in seinen Songs und in Interviews von den positiven Effekten von Cannabis schwärmt, gründetet bereits 2015 eine eigene Marke.

US- Rapper Snoop Dogg vertreibt eine ganze Menge eigener Cannabis-Strains. (unsplash.com © Add Weed)

Leafs by Snoop nennt sich die Cannabisbrand, die im Besitz des Rappers ist und für die er mit seinem Gesicht wirbt. Canopy Growth stellt gemeinsam mit dem Rapper diverse Produkte her. Darunter CBD-Strains, aber auch THC-haltigere Sorten, die Namen tragen, wie

  • Bananas,
  • Northern Lights,
  • Moonbeam,
  • Cali Kush,
  • Purple bush,
  • Lemon Pie,
  • Blueberry Dream
  • oder Tangerine Man.

Jay-Z

Jay-Z, Rapper und Ehemann von R ‘n’ B Star Beyoncé Knowles, arbeitet wiederum mit der nicht-börsennotierten Cannabis-Firma Caliva mit Sitz im kalifornischen San Jose zusammen. Mehr noch: Jay-Z übernahm dort kürzlich den Posten des Chief Brand Strategists.

Der Rapper soll in dieser leitenden Rolle die Marke weiterentwickeln und natürlich auch fleißig im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit tätig werden. Dabei wolle er sich vor allem für soziale Gerechtigkeit einsetzen und Ex-Häftlinge in das Geschäft mit dem legalen Cannabis einbinden.

Der CBD-Hype in Deutschland

Im Gegensatz zum psychoaktiv wirkenden Tetrahydrocannabinol (THC) im Cannabis wirkt Cannabidiol (CBD) nicht psychoaktiv und pharmakologisch sogar antipsychotisch. Die Wirkung des CBDs wird von vielen Konsument*innen als entkrampfend, entzündungshemmend und angstlösend beschrieben- Außerdem hilft es einigen Konsument*innen bei und gegen Übelkeit.

Im Gegensatz zum THC fällt das CBD aufgrund seiner nicht psychoaktiven Wirkung auch nicht unters Betäubungsmittelgesetz. Das heißt, dass CBD in Deutschland legal zu erwerben, zu besitzen und zu konsumieren ist. Illegal werden Cannabisprodukte in Deutschland erst dann, wenn der THC-Gehalt größer als 0,2 % ist.

Da die Medizin immer häufiger von den gesundheitlichen Vorteilen des CBD-Konsums schwärmt, entstand auch in Deutschland in den vergangenen Jahren ein immer größerer Hype um CBD. Auch hierzulande sprangen Rapper auf den Cannabiszug auf und vertreiben nun eigene Produkte.

Plusmacher

Gerade in Form von Öl wirkt CBD besonders gut. Das beliebte Naturprodukt wird bereits von vielen Deutschen als Nahrungsergänzungsmittel tagtäglich konsumiert. Je nach Hersteller und Herstellungsart kann der CBD-Gehalt im Öl von 5 % bis 20 % oder gar höher schwanken. Auch ist bei der Auswahl des individuell passenden CBD-Öls auf einige weitere Aspekte zu achten. Denn mitunter gibt es hier doch erhebliche Qualitätsunterschiede und die Wirkung kann somit auch stark unterschiedlich ausfallen.

Das Potenzial von CBD-Öl riecht auch Rapper Plusmacher – und verkauft daher mit seinem Namen sogar ein Pflegeprodukt für den Bart. (unsplash.com © Enecta Cannabis extracts)

Dass aber CBD in Ölform beim Konsum in der Regel extrem effektiv ist, weiß auch Rapper Plusmacher. Der 33-Jährige Magdeburger, der Cannabis zum Hauptthema in seinen Texten gemacht hat, vertreibt daher nicht nur unter dem Namen Kushhunter seinen eigenen CBD-Strain zum oralen Konsum. Mit der Firma Eden Germany zusammen hat er auch ein CBD-Bartöl herausgebracht. Dieses wird aus reinen und organisch gewonnenen CBD-Kristallen auf kosmetischer Basis hergestellt und verfügt über einen CBD-Gehalt von 3 Prozent.

18 Karat

Während Rapper 18 Karat in seinem früheren Leben eigenen Aussagen zufolge das illegale Cannabisgeschäft in seiner Gegend kontrollierte, konzentriert er sich heute nur noch auf legale Geschäfte. Neben der Musik verdient er sein Geld heute unter anderem auch mit dem Vertrieb eigener CBD-Sorten:

  • Diamond Cookies
  • Hasta la Muerte OG
  • Supremos Haze

Herzog

Herzog – Rapkollege unter anderem von genanntem Plusmacher – vertreibt gemeinsam mit dem spanischen Unternehmen Samen eine eigene Cannabisstrain. Herz OG nennt sich diese. Allerdings handelt es sich dabei um eine THC-Strain. Sie ist daher in Deutschland nicht erhältlich.

Herzog war mit Herz OG der erste deutsche Rapper, der eine eigene THC-Strain auf den Markt brachte.

Straßenbande 187

Während die beiden Rapper Bonez MC und RAF Camora der 187 Straßenbande ihr Geld abseits der Musik zusätzlich mit dem Züchten von Hunden und eigener Mode verdienen, stieg LX als eines der fünf rappenden Crewmitglieder auch ins Cannabisgeschäft ein. Der 33-Jährige möchte sein Geld ab jetzt auf legalem und vernünftigem Weg verdienen und verkauft daher nun sein eigenes Cannabis. Die Sorte trägt den Namen Lxotics, wobeo das O der Packung eine Ananas bildet. LX scheint es also auf einen fruchtigen Geschmack angelegt zu haben. Da die Sorte bislang nur in den Niederlanden zu erwerben ist, scheint der THC-Gehalt auch in diesem Fall für einen deutschen Vertrieb zu hoch zu sein.

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