Promileben: Die oft vergessenen Schattenseiten

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The grass is always greener on the other side of the fence“. Das gilt natürlich auch für das Leben der Influencer, der Musiker und Schauspieler – der Promis. Gehörst Du auch zu denjenigen, die das Leben der Stars und Sternchen neidisch betrachten und dabei ihr eigenes als ziemlich spießig, langweilig und „geldtechnisch verbesserungswürdig“ ansehen? Aber obwohl das Promi-Dasein natürlich einige Vorteile hat, kommt es auch mit einigen Nachteilen – die viele Bewunderer gar nicht auf dem Schirm haben.

1. Du bist nie, nie, nie allein

Warum wissen wir manche erstaunlich intimen Details über Promis? Ja, okay, weil einige von ihnen wirklich alles auf Instagram posten. Aber nach wie vor doch vor allem deshalb, weil ihr Status es bedingt, dass andauernd jemand eine Kamera auf sie hält. Egal wo sie gehen und stehen, entweder sind es Fans oder Profis. Und selbst wenn man im Urlaub mal wirklich seine Ruhe haben will, hält mit Pech noch jemand drauf – und das nervt irgendwann einfach tierisch. Dass es von Justin Bieber beispielsweise einige fragwürdige Reaktionen auf Paparazzi gibt, mag man zunächst kritisieren. Bedenkst Du aber, wie sein Leben von Kameraträgern umschwärmt wird, wird es vielleicht verständlicher.

2. Was Du lieferst, bestimmt der Markt

Es gibt Künstler, die ziehen voll ihr Ding durch. Weitaus häufiger jedoch werden vor allem Musiker, wenn sie den ganz großen Durchbruch wollen, gezwungen, sich mehr oder weniger von ihren Ursprüngen zu entfernen.

Du glaubst, dass die Gitarrenballaden, mit denen Du erstmals ins Rampenlicht tratst, auch während deiner Karriere funktionieren? Dann warte mal ab, bis der erste Produzent zu dir kommt und sagt „Du, das ist noch nicht Mainstream genug“. Und ehe Du dich versiehst, wird dein Gesang mit „Bumm-Bumm-Beats“ unterlegt, die dir selbst gar nicht gefallen.

Selbst die Großen im Business müssen gegenüber ihrer Plattenfirma oft Kompromisse eingehen. Oft geht es nur um die Reihenfolge von Songs auf einem Album, manchmal aber auch generell darum, ob ein Song veröffentlicht werden darf oder nicht – oder was glaubst Du, woher noch Jahre nach dem Tod eines Musikers all die unveröffentlichten Songs stammen?

3. Du musst immer der sein, den deine Fans wollen

Kennst du Juice WRLD? Der junge Rapper trat Ende 2019 tragisch von der Weltbühne ab, nachdem er an einer Überdosis Schmerzstabletten starb. Eine Untersuchung seines Privatjets nach der Landung ergab zudem, dass dort satte 30 Kilo Dope und Waffen versteckt waren.

Was das mit dem Promistatus zu tun hat? Ganz einfach: Juice WRLD war auch deshalb eine der wichtigsten Rap-Hoffnungen, weil er das Gangsta-Image bediente, das seine Fans wollten. Und egal wohin Du schaust: Immer wird von Promis erwartet, dass ihr Leben bis ins kleinste Detail dem entspricht, was die Fans in ihnen zu sehen glauben. Oft genug ist der Druck dadurch so groß, dass die jungen Menschen daran zerbrechen – heute war es Juice WRLD, davor Kurt Cobain, Jimi Hendrix… eine endlose Liste.

Und wenn Du nur einmal öffentlich aus deiner Rolle schlüpfst, ist gleich die große Diskussion da. Denn es gilt auch:

4. Alles, was Du sagst, tust, magst, wird diskutiert

Stell dir mal kurz vor, Du würdest Rosenkohl nicht mögen und das bei Facebook schreiben. Reaktionspotenzial? Einige deiner Freunde würden mit Daumen hoch oder Emojis reagieren, einige schreiben drunter „Aaah, ich auch nicht“, das wars.

Stell dir aber weiterhin nun vor, Du hättest eben erst eine goldene Schallplatte bekommen und schriebst den gleichen Kommentar öffentlich. Kannst Du dir vorstellen, wie groß die Diskussion hochkochen würde? Stell dir mal die Schlagzeilen in den Promi-Blättchen vor: „AUFGEDECKT: SO UNGESUND ERNÄHRT SICH XYZ!“ Abends würde deine simple Abneigung gegen ein Nahrungsmittel in den Boulevard-Sendungen diskutiert werden.

Anfangs mag das ulkig klingen. Für viele Promis ist es jedoch ein Leidensweg – jedes einzelne Detail deines Ichs wird durchdiskutiert. Und darunter finden sich nicht nur Übertreibungen, sondern auch grobe Lügen, regelrechter Hass.

5. Irgendwer veröffentlicht immer Nackt-Fakes von dir

Denk dir irgendeinen beliebigen Promi. Dann google seinen Namen mit dem Zusatz „+ nude“ bei abgeschaltetem Safe Search. Bei Schauspieler*innen werden sich da vielleicht auch echte Nacktszenen aus ihren Filmen finden. Doch schon seit Anbeginn des Internetzeitalters gehören Fakes ebenso dazu: ein prominentes Gesicht mehr oder weniger gut auf einen nackten und/oder kopulierenden Körper manipuliert.

Wenn Du das erste Mal dein Gesicht in ein solches Foto hinein-ge-photoshoppt siehst, fühlst du dich benutzt und verletzt. Und es wird mit jedem gemacht, der auch nur ansatzweise im Rampenlicht steht. Ganz besonders natürlich, wenn es ein weiblicher Promi ist.

Jüngst kommt es dank weiterentwickelter Digitaltechnik noch dicker: Sogenannte Deepfakes ermöglichen es, täuschend echt wirkende Videos zu erstellen. Und natürlich gehen die in den Schmuddelecken des Netzes längst steil, besonders mit Prominenten.

6. Dein Freundeskreis zerbricht und wandelt sich

Es gehört zu den klassischsten Filmdrama-Inhalten: Junger Mensch wird prominent, ruckzuck kommen zahllose falsche Freunde, die es nur darauf abgesehen haben, dass sein Ruhm und sein Geld auf sie abfärben, doch er erkennt es nicht.

Hollywood mag bei vielem übertreiben. Hier jedoch nicht. Und das ist nicht die einzige Seite der Medaille. Denn du musst bedenken, dass Prominenz natürlich abfärbt – nicht nur auf Leute, die das wollen.

Stell dir vor, deine Eltern bekämen andauernd Mikros vor den Mund gehalten. Ein Shoppingtrip mit einem guten Freund führt direkt zu Schlagzeilen à la „Läuft da was?“. So, wie auch dich der Presserummel irgendwann anöden wird, wird es auch deinem bisherigen Umfeld gehen. Viele Freunde werden sich abwenden, andere werden sich vollkommen wandeln.

Zusammengefasst: Eine Medaille mit zwei Seiten

Es mag absolut viele Vorteile haben, prominent zu sein. Das viele Geld ist nice to have; außerdem tendieren die Leute dazu, Promis zuzuhören, sodass man Dinge ansprechen kann, die einem wirklich am Herz liegen. Allerdings solltest Du deswegen nicht bloß neidisch sein. Denn all die Vorteile erkaufen viele Promis durch einige heftige Nachteile. Und nicht wenige zerbrechen daran, bevor sie die Reißleine ziehen können. Dann vielleicht doch lieber unerkannt, aber wenigstens glücklich.

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