Musik, Musiker und das Glücksspiel – Was sind die Verbindungen

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Wie Musik kann auch Glücksspiel berauschend wirken – vor allem, wenn beim Pokern oder an Slots zusätzlich Musik „im Spiel“ ist. Doch es gibt noch einige weitere Verbindungen zwischen Glücksspiel und Musik. stock.adobe.com © Joshua Resnick

Musik ist in fast jedem Lebensbereich irgendwie präsent. Oft wird sie bewusst gehört, um zu entspannen, zu tanzen, sich zu motivieren oder einfach nur Freude zu empfinden. Nicht selten aber läuft sie auch im Hintergrund, nebenher, ohne, dass wir es bewusst wahrnehmen oder darauf achten würden. Dennoch „wirkt“ die Musik immer in irgendeiner Weise und sie beeinflusst diverse Aktivitäten und Situationen. Auch das Glücksspiel ist ein Bereich, der zwar nicht immer sofort mit Musik und Musikern verbunden wird, der doch aber enger damit verbunden ist, als man glaubt. Nicht nur schreiben viele Musiker*innen über Glücksspiel, sie spielen manchmal auch selbst. Und nicht selten werden sie und alle anderen Spieler dabei von Musik beeinflusst – bewusst sowie unbewusst.

Wie Musik das Glücksspiel beeinflusst

Beginnen wir mit der psychologischen Komponente der Musik und welchen Einfluss sie auf das Glücksspiel, oder vielmehr auf die Spieler hat, die Glücksspiele spielen. Grundsätzlich verfügt Musik über eine unglaubliche Kraft. Sie kann nicht nur unsere Stimmung maßgeblich beeinflussen, sie kann auch unsere Wahrnehmung verändern oder sich gar auf unser Verhalten auswirken. Sie wird deshalb auch von verschiedenen Unternehmen oder Institutionen genutzt, um in bestimmten Situationen Einfluss auf die Menschen auszuüben.

Das kann derartiger Einfluss sein, dass Menschen sich etwa beim Einkauf im Supermarkt wohler fühlen, um häufiger zum Einkauf dorthin zu kommen und entspannter und begeisterter einzukaufen. Es kann aber auch Fahrstuhlmusik sein, die als alleinigen Zweck hat, den Nutzern die Langeweile beim Fahrstuhlfahren zu vertreiben und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.

Auch in Casinos, in denen Menschen zusammenkommen, um sich bei diversen Glücksspielen miteinander oder mit dem Casino zu messen und bestenfalls ein bisschen Geld zu gewinnen, ist Musik im Spiel. Viele Casinos wählen die Musik, die im Hintergrund subtil läuft, ganz bewusst aus. Entspannter Jazz beispielsweise ist hier häufig zu hören. Das unterstützt zum einen die lässige und schicke Atmosphäre eines guten Casinos, es beeinflusst aber tatsächlich auch das Verhalten der Spieler. Eine norwegische Studie hat gezeigt, dass etwa bei Würfelspielen im Casino bei langsamerer Musik mehr Wetten platziert werden, als bei schnellerer Musik und dass etwa Jazz daher ein längeres Glücksspielverhalten auslösen kann.

Viele Spieler wissen um diesen Umstand und wählen deshalb ihre Musik im Casino am liebsten selbst. Beim Spielen Kopfhörer aufzusetzen und Alphawellen-Entspannungsmusik, Ambient oder auch motivierenden Hardrock zu hören ist nicht verboten.

Spannend sind auch Slotmaschinen mit ihren prägnanten und repetitiven Sounds. Wer einmal eine Slotmaschine bedient hat, weiß, wie schnell die Geräusche fast schon einen tranceartigen Zustand hervorrufen können. Gerade auch in Onlinecasinos gibt es eine Reihe verschiedener Arten und Varianten von Slots. Alle haben ihre Eigenarten und je nach Spiel sind die Slots mit unterschiedlichen Geräuschen ausgestattet. Viele dieser Geräsuche wirken beruhigend oder bei Gewinnen auch befriedigend. Sie unterstützen die Erfahrung für die Spieler und motivieren damit eben auch zusätzlich, häufiger zu spielen oder länger an einer Slotmaschine zu sitzen, als vielleicht ursprünglich geplant.

Musiker*innen, die gerne ins Casino gehen

Die zweite Verbindung zwischen der Musik und dem Glücksspiel findet sich im Privatleben einiger Musiker*innen selbst. Der oder die ein oder andere hat nämlich ein Faible für Poker und andere Casinospiele und auch kein Problem damit, das offen zuzugeben und der Leidenschaft regelmäßig nachzugehen. Drei Beispiele wollen wir an dieser Stelle konkret nennen.

Gladys Knight

Die US-amerikanische Soul-Sängerin Gladys Knight, die seit den 1950er Jahren auf der Bühne steht, liebte beispielsweise Kartenspiele. Während die meisten sie eher aufgrund ihres Erfolges mit „Licence to Kill“, dem Titelsong zum James-Bond-Film „Lizenz zum Töten“ aus dem Jahr 1989 kennen dürften, wissen einige Casinobetreiber, dass Gladys Knight eben auch andere Hobbys hatte, als nur das Singen.

Knight spielte angeblich insgesamt über zehn Jahre lang verschiedene Kartenspiele im Casino. Ein Freund brachte sie anfangs zum Blackjack und überredete sie dazu, einmal eine Runde zu spielen, nachdem sie in dem entsprechenden Casino einen Auftritt hatte. Obwohl sie an besagtem Abend auch recht viel Glück hatte, bemerkte sie später in ihrer Biografie, dass man keine Chance habe, alles zu gewinnen.

Nelly

Der US-Rapper Nelly, der seine größten Erfolge in den 2000er Jahren verzeichnen konnte, hat ebenfalls eine Leidenschaft für Glücksspiel. Besonders angetan hat es ihm dabei Poker.

Nelly liebt es, zu pokern. Allerdings scheint er damit Berichten zufolge eher mäßig erfolgreich zu sein. stock.adobe.com © Sergio

Im Jahr 2007 nahm Nelly daher sogar am Main Event der World Series of Poker teil, dem größten Pokerturnier der Welt. Allerdings konnte Nelly dort keine erwähnenswerten Erfolge erzielen. Neben der WSOP nahm Nelly auch immer wieder an der PokerStars European Poker Tour teil, die 2017 durch die PokerStars Championship and Festivals ersetzt wurde.

Trotz seiner regelmäßigen Teilnahme an etlichen Pokerturnieren konnte Nelly nur wenige tausend Dollar Preisgeld einheimsen. Seine Musik ist also die weitaus profitablere Aktivität.

Nelly war übrigens rund um das Glücksspiel auch in ein, zwei kleinere „Skandale“ verwickelt. So kam bei Untersuchungen der Missouri Gaming Commission heraus, dass Nelly und seine Freunde mit Mitarbeitern des Casinos Wege genutzt hatten, um das geltende Glücksspielrecht in einem Casino zu umgehen. Außerdem warf der Promoter „Slim“ dem Rapper vor, immense Spielschulden zu haben, die ihn kurz vor den Bankrott gebracht hätten. Nelly jedoch stritt diese Behauptungen immer ab.

50 Cent

Rapperkollege 50 Cent zählt ebenfalls zu den Musiker*innen, die nebenher am meisten Geld für Glücksspiel ausgeben. Bei 50 Cent ist es allerdings weniger das Casino. Ihm haben es Sportwetten angetan.

Immer wieder hörte man in den Medien von verschiedensten Geschichten. Im Jahr 2012 soll er bei einem Football-Spiel der New York Giants gegen die San Francisco 49ers eine Wette auf die Giants platziert haben. Sie brachte ihm damals angeblich ganze 500.000 Dollar. Die wiederum setzte er auf das Endspiel im Superbowl ebenfalls auf die Giants und steigerte den Gewinn damit auf eine ganze Million Dollar.

2007 wiederum hat Fifty angeblich eine Million Dollar auf den Boxer Floyd Mayweather Jr. gegen Oscar de la Hoya gesetzt. Besagten Kampf und seine Wetten thematisierte Las er später in dem Text für seinen Song „What You Got“. Dort rappt er:

„I got a gambling problem. I bet you ****** I’mma be back bustin’. But you won’t notice me when that gat dumpin’, you wan’ bet?. I lost money when I bet on Roy. Won money when I bet on Floyd, I’m the one that bet on boy.“

Glücksspiel als Thema von Songs

Auch andere Musiker*innen thematisieren das Glücksspiel explizit in ihren Songs. Das Thema bekommt dabei teilweise eine noch viel größere Relevanz zugesprochen, als bei 50 Cent, bei dem es bei wenigen Zeilen blieb oder etwa bei Lady Gaga, in deren Song „Poker Face“ der berühmte Gesichtsausdruck eine vollkommen metaphorische Bedeutung zukommt.

Auch hier wollen wir uns auf drei Beispiele beschränken – die Auswahl ist aber natürlich deutlich größer.

  • Einer der absoluten Klassiker dürfte Elvis Song „Viva Las Vegas“ aus dem Jahr 1964 sein. Elvis lässt darin die Wüstenmetropole mit all ihren faszinierenden Seiten erstrahlen. Unvergessen bleiben etwa die Zeilen:

„Oh, there’s black jack and poker and the roulette wheel
A fortune won and lost on ev’ry deal
All you need’s a strong heart and a nerve of steel
Viva Las Vegas, Viva Las Vegas“

  • Mindestens genauso erwähnenswert ist Kenny Rogers „The Gambler“ aus dem Jahr 1978. Es handelt sich dabei um eine Cover Version des Songs, der ursprünglich von Don Schnitz geschrieben wurde. Doch Rogers machte das Lied, in dem es ums Pokern geht, erst richtig berühmt. Mit an Bord: Pokertipps eines Fremden, den der Sänger in einem fiktionalen Zug trifft.
  • Eine etwas andere Perspektive aufs Glücksspiel vermittelte Stevie Nicks in ihrem Song „The Dealer“ aus dem Jahr 1979. Wie zu erwarten nimmt die amerikanische Sängerin dafür die Perspektive eines Croupiers ein und schildert seine Erfahrungen und seine Arbeit. Im Song bezeichnet der Croupier sich selbst als Kartenhai, der mit perfider Taktik versucht, die Spieler am Tisch zu halten.

Spannend: Der Song wurde nie offiziell veröffentlicht. Ihr Manager lud jedoch einige Zeit nach dem Release ihres Albums aus dem Jahr 2004 unerlaubt eine Kopie des Songs auf YouTube hoch.

Stevie Nicks Song „The Gambler“ erzählt vom Alltag eines Croupiers, der es faustdick hinter den Ohren hat. stock.adobe.com © Nejron Photo

Straßenmusik und Profi-Poker – Die Verwandtschaft

Die letzte Verbindung von Musik und Glücksspiel mag etwas seltsam klingen – und doch fällt bei genauerer Betrachtung auf, dass etwas an der Sache dran ist. So lassen sich bestimmte Parallelen herstellen zwischen Straßenmusik und Profi-Poker, bzw. professionellem Kartenspiel im Casino.

Sowohl die Straßenmusik, als auch das professionelle Glücksspiel sind solch unkonventionelle Berufswege, dass sie nicht immer in einem guten Ruf stehen. „Davon kann man doch nicht leben.“ Das ist ein typischer Satz, den sich Vertreter beider Professionen sicher häufiger anhören mussten. Und doch beißen sie die Zähne zusammen und machen ihr Ding. Schließlich ist beides eine Leidenschaft und eine Art Kunst, der sich manch einer eben nicht verweigern kann.

Auch Rückschläge sind Erfahrungen, die Straßenmusiker und Spieler immer wieder machen. Beide spielen an manchen Tagen und verdienen kaum einen Cent oder verlieren sogar Geld, dadurch dass sie mehr zum Leben oder für die Ausübung ihrer Kunst brauchen, als sie wieder einnehmen. An anderen Tagen allerdings läuft es dagegen mitunter fantastisch und die Gewinne und Einnahmen reichen für die nächsten Wochen.

Sowohl von Straßenmusikern, als auch Glücksspielern ist außerdem eine erhöhte und permanente Aufmerksamkeit gefordert. Während die einen immer mit ihrem Livepublikum agieren müssen, während sie spielen, können die anderen nur Erfolg haben, wenn sie ihre Mitspieler genau beobachten. Letztlich kann es beiden auch passieren, dass sie bei Nachlässigkeit bestohlen werden. Den einen fehlt dann bares Kleingeld oder auch einmal ein größerer Schein, den anderen die Chips am Pokertisch.

Zu guter Letzt ist sowohl das Glücksspiel, als auch die Straßenmusik ein aufregender Beruf, in dem es keinerlei Routine gibt. Beide müssen „mitnehmen, was geht“ und sich von Tag zu Tag auf neue Umstände und Bedingungen einlassen. Dass sie dabei mitunter um die ganze Welt kommen und sich dabei bestenfalls einen Namen machen, ist ein netter, aber auch nicht immer einfacher, Nebeneffekt.

 

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