Money Is A Drug: Geld als Leitmotiv in Songs der alternativen Musikszene

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Lieder, die von Geld und Reichtum handeln, gibt es zuhauf. Von „Money, Money, Money“ von ABBA über „Chronisch Pleite“ von den Prinzen bis hin zu Gwen Stefanis „Rich Girl“ – die grünen Scheinchen werden in der Popwelt gern besungen. Allerdings gibt es auch weniger bekannte Künstler oder Songs, die sich dem Thema auf ganz eigene Weise annähern. Hier werden drei interessante Ansätze vorgestellt.

Caroline Rose – „Money“

Wer schon mal die Gelegenheit hatte, die flippige New Yorkerin live zu sehen, weiß, wie viel Energie und Zynismus in ihrer Performance stecken. Eine schwarze Plüschkatze, die sich auf dem Keyboard räkelt, ist immer mit dabei, umgeben von roten Rosen, Girlanden und weiterem Schnickschnack. Dass ihre Texte ähnlich ironisch sind, überrascht daher nicht. „Money“ aus ihrem letzten Album „Loner“ sticht da besonders heraus. In den knapp 2,5 Minuten bombardiert Rose den Zuhörer mit Gründen, die für den Protagonisten und die besungene Tat irrelevant sind. Auf Englisch verkündet sie frech und kakofon: „Er hat es nicht für mich getan, hat es nicht für Liebe getan, hat es nicht für den Priester getan.“ Und dann im Refrain „Ich habe es fürs Geld getan, ihr alle habt es fürs Geld getan, wir haben es fürs Geld getan.“ Auf sarkastische Weise gibt die 29-Jährige genau das zu, was die meisten verbergen wollen und stellt damit klar: Geld ist das wahrscheinlichste Tatmotiv. Caroline Roses Musik kommt ohne latente Anspielungen, dafür aber mit einem gewaltigen Schlag ins Gesicht daher und trifft damit den Zahn der Zeit.

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Sting – „Shape Of My Heart“

Klar, jeder kennt Sting, aber „Shape of My Heart“ gehört nicht zu den bekanntesten Songs des Briten. Erschienen ist es 1993 und wurde ein Jahr später für den Thriller „Léon – Der Profi“ verwendet. Im Gegensatz zu Caroline Rose kommt Sting zu der Erkenntnis, dass Geld für seinen Protagonisten überhaupt keine Rolle spielt. In „Shape of My Heart“ besingt er einen Casinogänger, der nicht des Geldes wegen spielt, sondern um sich auf beinahe philosophische Weise mit den Faktoren Zufall und Wahrscheinlichkeit auseinanderzusetzen. Ob er die gesuchten Antworten letztlich auch findet, geht jedoch nicht aus dem Song hervor. Obwohl „Shape of My Heart“ vor weit über 20 Jahren entstand, besitzt es auch heute noch Relevanz. Gerade mit der steigenden Popularisierung von Online Casinos und dem Aufkommen von entsprechenden Vergleichsplattformen können sich viele mit dem Lied identifizieren. Eine Webseite, die das Glücksspiel evaluiert, ist auch mit Hinblick auf die von Sting verhandelte Motivation interessant.

Spinning Coin – „Money Is A Drug“

Ähnlich direkt wie Caroline Rose geht auch die schottische Indie-Band Spinning Coin mit dem Thema Geld um und lässt dabei kein gutes Haar am Kapitalismus. Von schrammeligen Gitarren begleitet singen sie: „Es gibt Leute, die da wohnen, wovon du liest. Es gibt aber noch viel mehr Leute, die in Elend leben.“ Die Glasgower machen mit „Money Is A Drug“ auf die von den Medien propagierte Scheinwelt aufmerksam und sprechen sich für eine sozialere Sichtweise aus. Der Song ist auf ihrem Debutalbum „Permo“ zu finden und ist nicht der einzige mit kapitalismuskritischen Seitenhieben. Auch in „Money For Breakfast“ reißen Spinning Coin das Thema an.

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In der Musikszene ist Geld ein beliebtes und wiederkehrendes Subjekt, das sich oft mit Fragen zu Macht und Reichtum auseinandersetzt und mit einer gewissen Systemkritik einhergeht. Spinning Coin besingen Armut ganz direkt als zentrales Gesellschaftsproblem, auf ironische und freche Weise entlarvt Caroline Rose Geld als Anreiz für alles und Sting ergründet die nicht-monetären Beweggründe im Casino auf philosophische Art.

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