Live/Fotos: EMP Persistence Tour 2018 – Turbinenhalle Oberhausen – 27.01-2018

Terror - Turbinenhalle Oberhausen - 27. Januar 2018 - 43Musikiathek midRes

Terror – Foto: Keke Dombrowski

Dass die Menschen im Ruhrpott eine harte Schale und einen rauen Umgangston haben, ist hinlänglich bekannt. Dass darunter jedoch ein großes Herz schlägt, zeigt der Zusammenhalt der Hardcoreszene. Und so ist es nicht verwunderlich, dass auch dieses Jahr die EMP Persistence Tour wieder Halt in Oberhausen, in der Turbinenhalle macht. Der vorletzte Termin dieser hochkarätigen Hardcore Tour ist also der Grund, am Samstag nach Oberhausen zu fahren. Aber bei diesem Lineup: Insanity Alert, Broken Teeth, Born From Pain, Power Trip, Terror, Madball und Hatebreed; ich glaube ich wäre auch zu Fuß hingegangen (hätte allerdings Silvester loslaufen müssen).
17:00 Einlass, 45 Minuten später geht es los. (Die Bildergalerien findet ihr übrigens am Ende des Artikels)

Insanity Alert aus Österreich eröffnen den frühen Abend. Der Name ist Programm, und so kommt Sänger Heavy Kevy mit einer Funkenfontäne in der Hand auf die Bühne. Die Selbstbetitelung Crossover Party Trash – oder was auch immer sie da treiben – sei es Trash, Grind oder einfach Metal, kommt an. Die Frühaufsteher der Szene feiern die Show. Kleine Requisiten wie Spruchtafeln, ein Pappjoint oder die Crazy-Eyes Brille passen ins Bild, regen aber doch zum Grinsen an. Ein eigenwilliges Cover von Iron Maidens „Run To The Hills“ ist mein persönliches Highlight: „Run to the pit, mosh for your life!“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Erste Bewegungen vor der Bühne sind ebenfalls schon auszumachen.

Broken Teeth - Turbinenhalle Oberhausen - 27. Januar 2018 - 05Musikiathek midRes

Broken Teeth – Foto: Keke Dombrowski

Schlag auf Schlag geht es weiter:
Broken Teeth sind als nächstes an der Reihe. Die Band aus Manchester UK spielen Hardcore in Urform und zählen zu den aufsteigenden Bands der Szene. 5 Mann – ein Ziel. Abriss. Die Halle füllt sich Zusehens und der Pit wird hier und da eröffnet. Man merkt jedoch immer noch, dass viele auf die großen Acts warten. Schade eigentlich, denn schon jetzt wird solide Leistung geboten. Die Songs zeichnen sich durch einen guten Mix aus schnellen Abschnitten und wilden Moshparts aus. 30 Minuten Vollgas.

Die Umbauten sehen aus wie ein Ameisenhaufen auf Speed, aber das Ergebnis zählt und so ist der Zeitplan des Abends nie in Gefahr. Der Umbau dauert 15 Minuten – trinken, Keramikabteilung, weiter!

Born From Pain, offiziell aus Heerlen, aber mit einem großen Anteil an Ruhrpott-Wurzeln, betreten die Bühne. Man kann sie zu den Urgesteinen der aktuellen Szene zählen, seit 1997 sind sie dabei und immer ein Garant für gute Stimmung. Egal ob Clubshow oder Festivalbühne, derbe Action ist angesagt. Wie den ganzen Abend, merkt man, dass der Security/Fotograben in Oberhausen etwas breit ist, (auch wenn innen wenig Platz dank Boxenwürfel ist) immer wieder zieht es Frontman Rob Franssen zum Publikum, aber die richtige Nähe einer Clubshow ist heute nicht möglich. Dafür ist der Tourstop mit über 3500 Besuchern zu groß. Der Stimmung tut das keinen Abbruch und so feiert die Gemeinde weitere 30 Minuten Hardcore mit einigen Punkeinflüssen.
Umbau – weitermachen!

Power Trip - Turbinenhalle Oberhausen - 27. Januar 2018 - 21Musikiathek midRes

Power Trip. Foto: Keke Dombrowski

Power Trip aus den USA brechen ein wenig mit dem Genre und liefern ein solides Crossover-Brett ab. 2008 gegründet, merkt man der Band die Erfahrung an. Sänger Riley Gale weiß, wie er das Publikum motivieren muss und die Posen der Saitenquäler sitzen. Es ist mehr bangen als moshen angesagt, aber irgendwann findet jeder den Rhythmus und durch die Bank alle Tanzstile sind im Publikum zu finden. Langsam lässt sich ein Muster erkennen… wieder 30 Minuten…

Zwischendurch sei gesagt, die Orga ist gut gemacht, die Spielzeiten wie immer zu kurz, aber wie soll man ein solches Lineup sonst in einen Abend bekommen? Dafür sind die Abläufe auf der Bühne gut geregelt und der Zeitplan wird eingehalten.

Weiter geht es mit Terror; muss ich viel sagen? Seit 2002 eine der größten Hardcorebands. Scott Vogel, Frontman und riesen Sympathieträger kommt mit breitem Grinsen auf die Bühne. Die Halle ist voll und die Menge fiebert dem was jetzt kommt entgegen. 45 Minuten ausrasten. Und das tun sowohl Fans als auch alles was auf der Bühne steht und abgeht. Die Bühnenränder sind schon gefüllt und Musiker der Vorbands und auch der kommenden Bands lassen sich das nicht entgehen. Man merkt den Zusammenhalt in der Szene und den familiären Umgang miteinander. Immerhin ist das auch der 10. Abend der Tour, der vorletzte Termin. Zurück zu Show. Terror liefern wie erwartet ab und das Publikum feiert, tanzt und der erste große Circle-Pit des Abends wird eröffnet, nicht ohne Aufrufe zusammenzuhalten und zu helfen wenn jemand stürzt; ich erwähnte den Zusammenhalt. Ein paar Blessuren wird es gegeben haben, aber irgendwas ist ja immer.

Diesmal ist die Pause genau richtig, die Halle fast leer, die Stände für Essen und Getränke voll. Kurz ein Bier/Cola und ne Wurst, Brezel oder n Dinkelkeks eingeatmet und weiter geht’s.

Madball - Turbinenhalle Oberhausen - 27. Januar 2018 - 38Musikiathek midRes

Madball. Foto: Keke Dombrowski

Madball. Im Vorfeld habe ich Bands als Urgesteine bezeichnet. Hier muss ich dann wohl Ur-Urgesteine sagen. Gestartet 1988 und damit Gründungsmitglieder einer Szene, einer Generation. Stilbildend für viele Bands im Metalcore-Bereich. Zurück ins jetzt! Madball liefern von Song 1 an ab. Freddy Cricien, ebenfalls einer der sympathischsten Frontmänner des Hardcore, fegt über die Bühne während sich seine Band gewohnt bewegungsarm um das satte Groove-Fundament kümmert. So kennt man den unverkennbaren MADBALL-Sound. Die Menge tobt, mosht und feiert. Viel mehr muss man nicht sagen, 45 Minuten pure Energie mit zahlreichen Guestvocals der vorangegangenen Bands.

Hatebreed - Turbinenhalle Oberhausen - 27. Januar 2018 - 49Musikiathek midRes

Hatebreed. Foto: Keke Dombrowski

Der letzte Umbau. Im Publikum wird jeder Platz in der Halle ausgenutzt, überall stehen Menschen, es macht Spaß sich umzusehen. Zeit einen Dank an EMP, M.A.D. und alle anderen Verantwortlichen für den jetzt schon sehr geilen Abend zu richten. Der Erfolg der letzten Jahre reißt nicht ein und die Hoffnung auf eine Fortsetzung ist nicht utopisch.
Es dauert einen Moment länger, doch Ehre wem Ehre gebührt. Immerhin brauchen Hatebreed Platz auf der Bühne.

3,2,1…“To The Treshhold“ ballert aus den Boxen! Bei den Fans gibt es kein Halten mehr und auch im Fotograben ist die Spannung, die Freude und die Atmosphäre dieses Abends spürbar. Hatebreed liefern einen Kracher nach dem anderen ab. Es bleibt kein Zweifel, warum sie heute Abend Headliner sind. Die obligatorischen „Destroy Everything“, „Live For This“ und „I Will Be Heard“ werden am lautesten gebrüllt, ansonsten ist Abgehen angesagt. Es bleibt kein Bein auf dem anderen! (sorry für den schlechten Wortwitz) Die Songauswahl geht durch die gesamte Discografie, die seit 1994 viele Meilensteine aufweist. Frontman Jamey Jasta grinst über beide Ohren, alle haben sichtlich Spaß. Doch jede gute Show hat mal ein Ende. Nach einer Stunde Hatebreed, 23:40, ist Feierabend.
Was soll man sagen… Danke? Mehr? Auf jeden Fall nächstes Jahr wieder!

Fotos: KTD Photography
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