Live / Fotos: Green Juice Festival 2019

Es hat sich bereits herumgesprochen: Das Green Juice Festival in Bonn ist schon lange kein Geheimtipp mehr und auch in diesem Jahr pilgern Musikfans aus Nah und Fern in das sonst so ruhige Wohngebiet des Bonner Stadtteils Bonn-Beuel Neu-Vilich. Eine Idee, die 2008 aus Verbitterung des Gründungsteams über zu wenig Auftrittsmöglichkeiten für kleinere Bands in der eigenen Heimat entstanden ist, wurde zu einem Event, welches in diesem Jahr zum Ziel von insgesamt 8.500 Besuchern geworden ist.

Schon einen Tag vor Beginn des Festivals fanden sich wieder viele Festivalfreunde auf dem im letzten Jahr eingeführten Campingbereich ein und bereiteten sich auf das kommende Wochenende vor, um nationale, sowie internationale Acts in bester Green Juice Manier Willkommen zu heißen.

Am Freitag öffneten dann die Tore am späten Nachmittag und das Publikum zog vor die ,,Post-Mainstage‘‘, auf welcher die lokale Newcomer Band Wildfire. aus Düren das Festival einleitete und die Fans mit zeitlosem Indie-Rock/Pop auf die folgenden Konzerte einstimmten.

Der erste Moshpit des Tages ließ nicht lange auf sich warten, denn auf die sanften Klänge des Openers folgte die Berliner Pop-Punk-Band Smile and Burn. Der erste Act der diesjährigen Green Juice Ausgabe mit etwas härteren Klängen. Aus der Zuschauerzahl, die während des Acts stieg, ließ sich schließen, dass das Publikum genau dafür bereit war. So performte die Band das Beste aus elf Jahren Bandgeschichte.

Zwischen den Konzerten bietet das Festival eine gut ausreichende Auswahl an Essens-und Getränkeständen, um sich zu stärken und auszuruhen. Bezahlt wird mit der persönlichen Währung des Festivals, den sogenannten ,,Greens‘‘. Diese kann der Besucher in Wechselstuben, die auf dem ganzen Gelände verteilt liegen, erlangen.

Sollte man eine Konzertpause einlegen wollen, so ist auch für außermusikalische Unterhaltung an den Ständen von Sponsoren und Partnern des Festivals gesorgt.

Giant Rooks sorgten passend zu den letzten warmen Sonnenstrahlen für tanzbaren, verträumten Indie-Pop aus Hamm. Wer nicht vor der Bühne mitfeierte genoss die Klänge auf mitgebrachten Decken oder ganz einfach auf der Wiese mit Blick auf das Geschehen.

Es ist ,,Zeit für ein bisschen Pogo‘‘! Fetzig ging es weiter mit den Hamburger Jungs von SWISS & DIE ANDERN. Diese brachten den ,,Punk zurück‘‘ und somit den Park zum Pogen. Mit einer Mischung aus gesellschaftskritischem Punk und flottem Rap überzeugten sie erneut ihre Fans und gewannen sicherlich auch neue Anhänger.

Die Festivalbesucher waren nun also zu Genüge eingeheizt und bereit für den ersten Headliner des Festivals. Kopf aus, Bass an! OK KID versetzten das Publikum mit ihren Liedern in Trance und luden die Masse zum Tanzen ein. Mit einprägsamen Melodien und lebensnahen Texten zum Nachdenken und Mitsingen bescherte die Band dem ersten Tag des Green Juice Festivals einen schönen Abschluss. Zum Bedauern der Fans ohne ihren Schlagzeuger Raffael ,,Raffi‘‘ Kühle, der nur als Pappaufsteller die Bühne zierte, da er aus persönlichen Gründen nicht beim Konzert anwesend sein konnte und für den Auftritt kurzfristig ersetzt werden musste.

Am Samstag ging es schon am frühen Nachmittag weiter. Die in Bonn beheimatete Pop-Punk-Band Chin Up eröffnete den zweiten und damit finalen Tag des Festivals. Daraufhin folgte mit Trompeten und Posaunen geschmückter Ska-Punk von der achtköpfigen, ebenfalls aus Bonn stammenden Band Roskapankki, die mit Gute-Laune-Musik die Stimmung des Publikums auf die Spitze trieben.

Das Indie-Kollektiv Bloodhype aus Berlin, mit Jennifer Rostock Schlagzeuger Christopher Kohl, erzeugten spacige Klänge aus verzerrten Synthesizern, bevor ein ganz besonderes Highlight die Bühne eroberte und damit auch die Herzen der Zuschauer.

Während den Umbaupausen und Soundchecks zwischen den Konzerten wurde an beiden Tagen eine weitere Bühne bespielt. Die ,,VRS DJ-Stage‘‘ sorgte auch dieses Jahr mit lokalen DJs dafür, dass das Programm stimmungsvoll weiter geht.

Die Durchstarterin Alli Neumann aus Hamburg vertrat geballte Frauenpower im Line-Up des Green Juice Festivals. So ist sie mit zwei weiteren Bandmitgliederinnen die einzige Künstlerin auf der grünen Bühne an diesem Wochenende und umspielte das Publikum mit ihrem ganz persönlichen Charme und rhythmischen Pop. Auch als der Regen über die Wiese hereinbrach, brach die Euphorie der Fans nicht ein und sorgte für einen ,,Magic Moment‘‘. Dass man nicht nur zu harten Tönen einen Moshpit bilden kann bewies das Publikum bei einem Funk-Song der Setlist, was große Begeisterung auf der Bühne auslöste.

Nach Regen folgte Konfettiregen. Gefestigt wurde die Stimmung von der Punkrockband Rogers, welche diesen Sommer schon einen langen Festivalmarathon hinter sich gebracht haben und nun auch mit ihrer unverkennbaren Attitüde das Green Juice bereicherten.

Nun war es Zeit für eine der meist ersehntesten Bands an beiden Tagen. Die Jungs von der Ska-Punk-Band Sondaschule stürmten die Bühne. Dabei hieß es: Tanzen was das Zeug hält. Kein Fuß blieb auf dem Boden und so trotzten die Besucher der aufkommenden Kälte. Mit ihren Evergreens wie ,,Amsterdam‘‘ oder ,,Neue Welt‘‘ brachten die Oberhausener die Masse zum Mitsingen und bereiteten diese auf den Höhepunkt des Tages vor.

Doch zuvor trat das Veranstaltungsteam der Veranstaltungsagentur Forisk Entertainment auf die Bühne, welches sich mit einer ganz persönlichen Ansprache an das Publikum wendete. ,,Der größte Dank geht an euch! Ihr seid das Green Juice‘‘, rief Veranstalter Julian Reininger dem applaudierenden Publikum entgegen.

,,I wouldn’t stop moving, if I could stop moving.‘‘ Royal Republic versetzten das Publikum zum Ende des Festivalwochenendes noch einmal in einen Ausnahmezustand! Die Rockband aus Schweden holte ihren im Jahr 2017 ins Wasser gefallene Konzert nach und rockten das Wohngebiet, wobei die in roten Sakkos gekleideten Bandmitglieder Stil und vor allem Humor bewiesen. Einen krönenden Abschluss gestaltete das große Feuerwerk, welches hinter der Bühne während des letzten Liedes gezündet wurde und für einen Gänsehautmoment im großen Stil sorgte. Und auch danach konnten sich die Musiker nicht von dem Publikum und der Bühne trennen und verweilten noch einen Moment auf dieser.

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