Entwicklung des Musikkonsums über die Jahrzehnte

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Adobe Stock, © PheelingsMedia

Musik ist ein wichtiger Teil des Alltags vieler Menschen und kann heutzutage nahezu überall mit einem Klick konsumiert werden. Das war nicht immer so. Über die Jahrzehnte haben sich ganz verschiedene Methoden des Musikkonsums entwickelt und bewährt. Wir erklären, wie Songs und Alben heute gehört werden und blicken ein wenig zurück.  

Musikkonsum heute

Seit mehreren Jahren wird Musik hauptsächlich auf digitalem Wege konsumiert. Streaming-Plattformen und Downloadportale bieten hierfür eine Reihe von Möglichkeiten. Die bekanntesten Optionen sind Portale wie Spotify oder iTunes.

Spotify

Spotify wurde im Jahr 2006 in Schweden gegründet und hat seitdem den Markt des Musikstreamings maßgeblich mitaufgebaut. Nach aktuellstem Stand hat das Portal 138 Millionen zahlende Nutzer der Premium-Pakete. Die Zahl der aktiven Nutzer pro Monat ist sogar noch größer und liegt momentan bei 299 Millionen.

Der Streamingdienst und weitere, ähnlich aufgebaute Portale bieten den Vorteil, jederzeit aus einer riesigen Datenbank Musik auswählen zu können. Damit ist der Konsum der Songs und Alben so flexibel und spontan wie noch nie.

Zudem bieten Playlists Zusammenstellungen diverser Songs, teilweise von verschiedenen Interpreten. So kann jeder Geschmack bedient werden. Durch diese virtuellen Compilations entfällt langes Suchen, Musik kann nach der persönlichen Stimmung ausgewählt werden. Den Nutzern wird der Konsum auf diese Weise so einfach wie noch nie gemacht: Oft braucht es nur einen Klick.

iTunes

iTunes beispielsweise gibt es seit dem Jahr 2001. Zunächst konnte das Programm auf den Computer geladen werden. So war es den Nutzern möglich, auf digitalem Wege Musik zu hören.

Einige Jahre später war das Tool auch für Smartphones erhältlich, so konnte und kann von nahezu jedem Ort der Welt Musik gehört werden. Mit dem Erscheinen und der Entwicklung des iPhones seit dem Jahr 2007 ermöglichte der Hersteller Apple diese wachsende Flexibilität mit einem kompatiblen Gerät aus dem eigenen Haus. Über die Jahre erschienen 12 Modelle des iPhones, welche immer neue Features hatten. Das neueste ist das Ende des Jahres 2019 erschienene iPhone 11.

Auch iTunes wurde über die folgenden Jahre weiterentwickelt. Während es für Mac-Computer nicht mehr genutzt wird, ist es auf Windows-Rechnern in Kombination mit dem Smartphone nach wie vor sehr beliebt. Über die Jahre kamen zusätzliche Funktionen hinzu, Sicherheitslücken wurden geschlossen. Die aktuellste Version ist iTunes 12.10.09.03. Das Programm dient zudem zum Anschauen von Filmen, ist also multimedial aufgestellt.

Weitere

Neben Spotify und iTunes gibt es zudem weitere Unternehmen, die Musik zum Kauf oder Stream virtuell anbieten. Dazu gehören unter anderem:

  • Deezer
  • Amazon Prime Music
  • YouTube

Streaming-Anbieter bieten einerseits die Möglichkeit zu bezahlten Premium-Accounts, andererseits finanzieren sie sich häufig durch Werbung und bieten auf diese Weise den Stream für den Hörer kostenlos an. Die große Auswahl macht den Kauf von physischen Tonträgern gerade für die jüngeren Generationen obsolet. Für nahezu jeden Geschmack und jede persönliche Anforderung an die Nutzung eines Tools gibt es mittlerweile einen Weg, Musik virtuell zu konsumieren.

Musikkonsum früher

Das war nicht immer so. In früheren Zeiten wurde Musik vor allem durch diverse physische Tonträger, aber auch durch Medien wie das Radio konsumiert. Der Aufwand war ungleich höher, die Flexibilität um einiges geringer und die Auswahl der Musik um ein Vielfaches beschränkter.

Radio als wichtiges Medium

Radios wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Unterhaltungssender gingen jedoch erst etwas später auf Sendung, Vorreiter waren hierbei die USA und Holland. Die erste deutsche Radiosendung wurde Ende 1923 in Berlin ausgestrahlt. Der erste deutsche Radiosender hieß Voxhaus.

Adobe Stock, © BrAt82

Schon damals wurde Musik im Radio gespielt, wobei das Medium in den folgenden Jahrzehnten zunehmend eine politische Rolle bekam. Nichtsdestotrotz war es auch in dieser Zeit ein wichtiger Überträger für Musik. Durch seine Verbreitung erhielten immer mehr Menschen Zugang zum Unterhaltungsprogramm.

In späteren Jahrzehnten, vor allem in den 70er-Jahren, spielte Popmusik eine besonders große Rolle im Radio, die Charts liefen sprichwörtlich rauf und runter. Die Beliebtheit solcher Sendungen bei den Hörern war groß. Das Radio diente somit auch als eines der wichtigsten Marketinginstrumente für neue Musik.

In einem Punkt lässt sich das Radio mit dem heutigen Streaming vergleichen. Zwar hatten die Hörer (außer bei interaktiven Sendungen) keinen Einfluss auf das Programm. Dennoch wurde damals schon auf diesem Weg unabhängig von einem physischen Tonträger (zumindest für den Hörer unabhängig) Musik gehört.

Exkurs: Musikfernsehen

Das Musikfernsehen spielt beim Konsum von Songs seit den 80er-Jahren eine Rolle. Zunächst in den USA entstanden und in Europa verbreitet, gab es ab den 90er-Jahren auch eigene Musiksender im deutschen Fernsehen.

Die bekanntesten Beispiele sind MTV und VIVA, wobei MTV immer noch (beziehungsweise wieder) im Free TV zu empfangen ist und VIVA den Sendebetrieb im Jahr 2018 eingestellt hat. MTV veranstaltet heutzutage nach wie vor im Rahmen seiner beliebten Unplugged-Reihe Konzerte mit verschiedenen Bands wie beispielsweise a-ha: Der Name des Senders ist für viele Musikfans also weiterhin präsent und relevant.

Solche Sender besetzen eine Sonderrolle: Musik wurde nicht mehr nur eindimensional konsumiert, sondern durch entsprechende Videos visuell begleitet. Die Musiksender boten und bieten also eine mehrdimensionale Form des Musikkonsums. Heute werden Musikvideos hauptsächlich über YouTube angeschaut. Aufgrund der freien Auswahl durch den Hörer ist auch in diesem Sektor die Flexibilität deutlich gestiegen.

Schallplatten

Neben diesen Medien gab es in früheren Jahrzehnten eine Reihe von gängigen physischen Tonträgern, die zum Musikkonsum genutzt wurden. Eine der wichtigsten Formen ist die Schallplatte.

Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden erste Schallplatten entwickelt. Die Massenproduktion des Tonträgers begann wenige Jahre vor 1900 durch die Deutsche Grammophon GmbH.

Adobe Stock, © Marco Martins

Die ersten kleinen Hits auf einer Schallplatte entstanden kurz darauf durch den Tenor Enrico Caruso. In den folgenden Jahrzehnten wurden viele klassische Kompositionen aufgenommen und auf Schallplatten gebannt. Diese waren durchaus beliebt, die Schallplatte wurde salonfähig. Sowohl Singles, als auch ganze Alben konnten mithilfe des Mediums vertrieben werden.

Bis Ende der 80er bzw. Anfang der 90er-Jahre war das Medium eines der Haupttonträger für den Musikmarkt. Zu diesem Zeitpunkt wurde es von der CD abgelöst, deren Verkaufszahlen rapide in die Höhe schossen, während die Schallplattenverkäufe binnen weniger Jahre rasant einbrachen. Heute werden Schallplatten hauptsächlich von Nostalgikern und Liebhabern genutzt, manche Musiker bringen für solche Hörer kleine Sonderauflagen ihrer aktuellen Alben auf einer Schallplatte heraus.

Kassetten

Die Kassette war ebenfalls ein gängiges Medium für den Musikkonsum, allerdings wurde sie erst in den 60er-Jahren von Philipps marktfähig gemacht und seit dieser Zeit von vielen Hörern genutzt. Durch sie konnte das Musikhören flexibler stattfinden, beispielsweise durch Abspielgeräte in einem Auto.

Der Walkman, der im Jahr 1979 auf den Markt kam, setzte diesen Trend fort. Zum ersten Mal waren die Hörer nicht mehr ortsgebunden. Musik konnte beispielsweise beim Spazieren, im Bus oder der Bahn gehört werden. Insofern lieferten Kassetten einen bahnbrechenden Durchbruch für dieses heutzutage von den meisten Menschen als völlig normal empfundene Konsumverhalten von Musik.

CDs

Die CD hat mit ihrer Einführung in den 80er-Jahren den Musikkonsum ein weiteres Mal deutlich vereinfacht. Während die Hörer bei einer Schallplatte oder Kassette nur schwer zwischen Songs hin und her springen konnte und quasi blind nach dem gewünschten Track suchen mussten, konnte dies bei einer CD mit einem einfachen Knopfdruck geschehen. Gerade Alben waren auf diese Weise um einiges einfacher zu hören.

Zudem sind die CDs ähnlich kompakt wie eine Kassette, allerdings ohne die Gefahr eines sprichwörtlichen Bandsalates. Einzig und allein auf das Vermeiden von Kratzern müssen die Konsumenten achten. Die Flexibilität eines Walkmans wurde mit der Verbreitung des Disc-Mans übernommen und weiterentwickelt.

In den 2000ern brachen die CD-Verkäufe drastisch ein, was vor allem den wachsenden Möglichkeiten zu illegalen Downloads lag. Heutzutage spielt die CD für den Musikkonsum dennoch eine Rolle, wenn auch eine deutlich geringere als das Streaming.

Allerdings schwindet ihre Relevanz immer mehr. Es ist davon auszugehen, dass die CD in den nächsten Jahren und Jahrzehnten, ähnlich wie die Schallplatte, zu einem Medium für Liebhaber und Nostalgiker werden wird.

Fazit

Das Konsumverhalten von Musik hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant entwickelt. Vor allem eine Veränderung der entsprechenden Medien hin zu mehr Digitalisierung und Flexibilisierung ist zu erkennen. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend mit der technischen Entwicklung weiter fortsetzen wird.

 

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